MOTIVATIONSMANAGEMENT
Motivation und Zufriedenheit haben hohe Bedeutung für die Leistung eines Mitarbeiters und äußern sich neben guten Resultaten auch darin, dass der Mitarbeiter sich dem Unternehmen verbunden fühlt. Von Unternehmensseite kann viel dafür getan werden, um einen Rahmen für Motivation, Zufriedenheit und Commitment zu schaffen.
Im Folgenden soll die Bedeutung menschlicher Bedürfnisse veranschaulicht werden. Anhand sieben wichtiger Facetten soll aufgezeigt werden, welche Rahmenbedingungen von Unternehmensseite geschaffen werden können. Obwohl diese Facetten im folgenden einzeln besprochen werden, empfehlen wir, sie in der Praxis zusammen umzusetzen. Die Ausgewogenheit und die Berücksichtigung aller Motivationsfacetten ist der entscheidende Erfolgsfaktor des Motivationsmanagements.

FREIHEITSGRADE
Freiheit bedeutet, eigenständig handeln zu können. Ihre Begrenzung erfährt diese Eigenständigkeit nicht so sehr durch formale Funktions- und Aufgabenbeschreibungen, sondern vielmehr durch die Konkretisierung der durch das Unternehmen gewählten Vision und der gelebten Kernwerte. Es ist motivationsfördernd, eigene Ziele zu verfolgen, die deshalb zu Gunsten aller mit denen des Unternehmens so eng wie möglich verzahnt werden sollten. Dabei sind persönliche Ziele grundsätzlich hierarchisch höher angesiedelten unterzuordnen. Die Freiheit des Einzelnen ist der Freiheit des Teams untergeordnet, die Freiheit des Teams ist begrenzt durch die Anforderungen, die die ausgewählte Unternehmensvision stellt. Für das Gesamtergebnis müssen sich alle Mitarbeiter und nicht nur die oberen Ebenen verantwortlich fühlen. Freiheit bedeutet, Verantwortung zu tragen.
CHANCEN UND HERAUSFORDERUNGEN
Ein Mitarbeiter, der seine Arbeit nicht als Herausforderung erlebt, hat aufgehört dazuzulernen und wirkt damit der Dynamik einer lernenden Organisation entgegen. Eine subjektiv empfundene Herausforderung ist eng verknüpft mit den eigenen Zielen, Träumen und Wünschen. Deshalb ist zu reflektieren, ob ein eingeschlagener Weg zu der Verwirklichung dieser Träume führt. Ziel dieser Reflexion ist es, sich in die Lage zu versetzen, Entscheidungen zu hinterfragen und bewusst zu treffen.
Sich auf Chancen einzulassen kann keine fehlerfreie Angelegenheit sein. Solange Fehler aus Leidenschaft und Enthusiasmus entstehen, können sie lehrreiche Momente darstellen, die zur persönlichen Entwicklung beitragen. In einem Unternehmen, in dem Fehler nicht geahndet, aber im frühest möglichen Stadium entdeckt und behoben werden, werden Lernerfolge erzielt und der Schaden minimiert.
BESTÄTIGUNG UND WERTSCHÄTZUNG
Es ist ein Grundbedürfnis eines jeden Menschen, Bestätigung und Wertschätzung zu erfahren. Über Lob und konstruktive Kritik wird dies vermittelt. Ausgehend von einem holistischen Menschenbild sollte nicht nur den Fertigkeiten und dem Wissen der Mitarbeiter Aufmerksamkeit geschenkt werden, sondern in gleichem Maße auch seinen Emotionen und Verhaltensweisen. In einer motivierenden Umgebung bleibt diese Aufgabe nicht allein den direkten Vorgesetzten überlassen. Hier erhalten die Mitarbeiter auch Bestätigung von ihren Mitarbeitern, Kollegen und Kunden.
OFFENHEIT
In einer offenen Unternehmenskultur sorgen kurze Kommunikationswege für ein unkompliziertes Miteinander. Mitarbeiter und Führungskräfte können einander auf ihre Verantwortung ansprechen und zeitnahe Lösungen entwickeln. So kann die Energie der Einzelnen sich auf die Bewältigung der Kernaufgaben richten, anstatt in internen Kommunikationskanälen zu versickern. Die Zusammenarbeit mit anderen kann in einer offenen Kultur durch den Austausch unterschiedlicher Ideen zu neuen Erkenntnissen führen. Zusammen danach zu suchen, wo Stärken liegen und wo sich Menschen am besten entfalten können, ermöglicht das Entdecken von Chancen zur Weiterentwicklung.
MOMENTE ZUM FEIERN
Es ist sinnvoll, von Zeit zu Zeit bei erreichten Ergebnissen innezuhalten, Erfolge zu genießen und Momente zu schaffen, bei denen "Dampf abgelassen" werden kann. Indem Erfolge geteilt und gefeiert werden, entsteht ein Gefühl von Stolz und Zusammengehörigkeit. Sich gemeinsam für eine gewisse Zeit mit anderen Dingen als der Arbeit zu beschäftigen, schafft außerdem eine Atempause und erlaubt es, den Blick füreinander zu öffnen. Es gibt viele Beispiele für Anlässe, z. B. eine Auftragserteilung, das zehnjährige Bestehen einer Abteilung, das Erlangen einer Auszeichnung, Meilensteine innerhalb eines Projektes, aber auch allgemeine Feiertage wie z. B. ein Osterbrunch oder eine Nikolausfeier.
BALANCE
Die Freude an der Arbeit wird erhöht, wenn zwischen allen Facetten der Arbeit Ausgewogenheit besteht. Ebenso wie arbeitsreiche Perioden sich mit ruhigen abwechseln, Stress sich mit Entspannung abwechselt, Kritik sich mit Komplimenten abwechselt, so wechselt sich Kür mit Pflicht ab. Die Balance gilt natürlich auch für das Verhältnis von Arbeit und Privatleben.
INSPIRIERENDER ARBEITSPLATZ
Der Mensch hält sich viele Stunden seines Lebens in seinen Arbeitsräumen auf. Hier soll er sich wohlfühlen. Während sogenannte "Konsumtempel" mittlerweile zu wahren Vergnügungsparks für Kunden umgebaut worden sind, stellen die meisten Büros leider noch ein Musterbeispiel für Tristesse dar. Unternehmen sollten die Chance nutzen, auch am Arbeitsplatz selbst die Unternehmensmission zu symbolisieren und eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Zusammenarbeit mit den Kollegen inspirierend sein kann.
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